Manchmal frage ich mich, was passiert wäre, wenn ich letzten Jahr einfach spontan gewesen wäre und nicht so sehr europäisch. Wenn ich nicht brav mein Bafög zurückgezahlt hätte und mir die Sicherheit des deutschen Sozialsystems zu eigen gemacht hätte. Wenn ich einfach mein mühsam Erspartes genommen hätte und ein One-Way Ticket Richtung Asien gebucht hätte. Wo wäre ich jetzt? Und wäre ich glücklich? Hätte ich einen Neuanfang. Oder wäre ich auf der Suche nach dem Ziel, weil es nur eine Weg gäbe? Mein gezwungener Neuanfang hier - wie seltsam und doch vertraut.
Manchmal scheint es das davor nie gegeben zu haben. Manchmal scheine ich auch aber hier nur auf einer Durchgangsstation zu sein. Lohnt es sich dafür Güter anzusammeln in Wohnungseinrichtung zu investieren...wenn man doch noch nicht angekommen ist?
Wo ist man angekommen? Wo man ein schönes Heim hat? Einen sicheren Arbeitsplatz? Gute Freunde, Familie...usw. Oder ist es dort, wo man die Luft einatmet und genau weiß, dass es DIE Luft ist die man zum atmen braucht? Geht es immer so weiter?
Wo ist mein Platz?
Von den letzten Monaten gibt es keine Fotos, keine zusammenhängenden Erinnerungen...alles ist im Fluß. Die Stadt hat mich im Griff. Mitgerissen. Beim U-Bahnfahren ist es wichtig immer ein Buch dabei zu haben. Jeden Morgen begrüßt mich ein Zeuge Jehovas an der Straßenecke und wünscht mir einen schönen Tag. Freitags gibt es Leberkässemmel von Vinzenzmurr. Der Chef möchte seinen Früchtetee spätesten 08.30 Uhr an seinem Platz haben. Der Döner kostet 4 Euro und ist einfach nur schlecht. Und doch kitzelt es mich das Neue...das Unbekannte. All die Sachen die es zu entdecken gibt. All die Menschen, denen ich begegnen werde. All die Luft die ich atmen werden.
Vielleicht wird es mein Platz, aber nur vielleicht.
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Donnerstag, März 11, 2010
Montag, Juli 06, 2009
Tag 1 bei Bauer Waltner

Also das war so: bei totalem Wolkenbruch ging es los,...Milch in die Sennerei fahren, Kälblein füttern, Milchkannen säubern und die moderne Technik des Allgäuer Milchbauern bewundern...
Da war zum Beispiel diese Sache: Jede Kuh trägt einen Sender um den Hals. Der Sender beinhaltet vielfältige Informationen über die Kuh wie zum Beispiel die tägliche Milchleistung, den Fruchtbarkeitszyklus sowie die abrufbare Kraftfuttermenge. Der Sender ist für die Kuh der „Schlüssel“ zum automatischen Kraftfutterautomat. An diesem kann jede Kuh, die ihr zugeteilte Kraftfuttermenge, fressen. Der Sender ist so programmiert, dass die Kuh jeweils über den ganzen Tag verteilt die Kraftfuttermenge beziehen kann. So kann Sie nicht die ganze Menge zur selben Zeit fressen. Die Daten des Senders werden per Infrarotschnittstelle automatisch in den Milchcomputer des Landwirts eingespiesen. So kann der Landwirt die Leistungen der Kühe sowie deren Futterbedarf überwachen. Der Landwirt hat zudem die Möglichkeit allfällige Besonderheiten oder Krankheiten der Kuh in ihrer „Akte“ zu vermerken. Und das ist mal echt witzig,..wenn man rundherum noch das traditionelle Allgäu mit seinen immergrünen Almen sieht und auch sonst eher das Gefühl einer heilen Heidiwelt überwiegt,...
Das solls auch schon für heute gewesen sein...keine mehr Lust zu schreiben :-)
Donnerstag, April 09, 2009
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